DR. NAAS zum Radwege-Ausbau

Verkehr6. November 2019

  • Projekt wird nur halbherzig verfolgt
  • Drei Mitarbeiter sind zu wenig
  • Umstieg aufs Rad muss attraktiv sein

WIESBADEN – „Ein urgrünes Projekt wird nur halbherzig verfolgt“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Dr. Stefan NAAS. Dass seit 2013 an Landesstraßen nur rund 25 Kilometer Radwege fertiggestellt wurden beziehungsweise werden, sei eindeutig zu wenig, meint Naas. Die Zahl geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Freien Demokraten zum Radwegebau hervor. Demnach waren es 2013 nur 1,2 Kilometer, 2014 dann 2,7 Kilometer. 2015 wurden 4,1 Kilometer gebaut, 2016 lediglich 1,1 Kilometer. Für 2017 wurden 7,6 Kilometer notiert, für 2018 dann 4,9 Kilometer. Im laufenden Jahr sollen es 4,3 Kilometer sein. Zudem werden seit 2017 knapp 38 Kilometer Radwege an Landesstraßen saniert.

Naas fordert, dass mehr Kapazität in die Planung und Umsetzung des Radwegebaus gesteckt wird: In der Antwort aus dem Ministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne) heißt es auch, dass „aufgrund der beschränkten Planungskapazität nur die vordringlichen Maßnahmen planerisch bearbeitet werden“. „Wenn es der Minister ernst meint mit der Verkehrswende, muss hier deutlich mehr getan werden“, sagt Naas. Es könne nicht sein, dass in der Landesbehörde Hessen Mobil nur drei Mitarbeiter mit dem Radwegebau betraut seien, kritisiert Naas, der die Behörde in dieser Woche besucht hat.

„Wer die Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Fahrrad bewegen will, muss generell attraktive Voraussetzungen dafür schaffen“, mahnt Naas in Bezug auf dringend benötigte, gut ausgebaute Fahrradstrecken und erinnert in diesem Zusammenhang an einen Gesetzentwurf der Liberalen zum Ausbau von Radschnellwegen in Hessen. Ziel ist es, dass das Land, anders als bislang, selbst Radschnellwege bauen kann.