DR. NAAS zum Moped-Führerschein mit 15

Verkehr2. Dezember 2019

  • Moped-Führerschein schon mit 15 ermöglichen
  • Gesellschaftliche Teilhabe auf dem Land
  • Landesregierung soll Bedenken aufgeben

WIESBADEN – „Hessens Jugendliche fahren nicht schlechter als junge Leute in Ostdeutschland“, ist der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Dr. Stefan NAAS, überzeugt und fordert, dass auch hessischen Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, schon mit 15 Jahren den Moped-Führerschein zu machen. Hintergrund: Der Bundesrat hat jetzt einen Gesetzesbeschluss des Bundestags gebilligt, wonach die Bundesländer künftig selbst entscheiden können, ob sie das Mindestalter für den Moped-Führerschein herabsetzen. Während in Westdeutschland noch ein Mindestalter von 16 Jahren gilt, läuft in Ostdeutschland ein Modellprojekt, das schon 15-Jährigen erlaubt, den Führerschein für leichte Kleinkrafträder zu machen, die maximal 45 Kilometer pro Stunde fahren.  „Jetzt ist Hessen am Zug“, sagt Naas.

„Gerade in Regionen an der hessisch-thüringischen Grenze ist es für 15-Jährige aus Hessen nicht nachvollziehbar, warum der 15 Jahre alte Kumpel aus Thüringen schon Moped fahren darf, sie selbst aber noch nicht“, sagt Naas und ergänzt: „Im ländlichen Raum, wo Busse und Bahnen seltener fahren als in den Ballungsräumen, bedeutet ein Moped für junge Leute mehr Freiheit.“ Ein Kleinkraftrad könne auf dem Land die Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben ermöglichen.

Ein Antrag der Freien Demokraten zur Herabsetzung des Mindestalters ist derzeit im Geschäftsgang des Landtags, wurde aber auf Wunsch der schwarz-grünen Koalition bis März zurückgestellt. „Wir halten uns an die Absprache, bis März zu warten“, sagt Naas zu, fordert aber: „Die Landesregierung sollte ihre Bedenken aufgeben.“ Wenn der Bund den Ländern bereits die Herabsetzung des Mindestalters freistelle, dürften bereits ausreichend positive Erkenntnisse aus dem Modellprojekt vorliegen, meint der verkehrspolitische Sprecher. Die Hessische Landesregierung hatte stets darauf verwiesen, zuerst die Auswertung des Modellprojekts abwarten zu wollen.