PÜRSÜN: Wohnort- und zeitnahe Versorgung psychisch Erkrankter muss sichergestellt werden

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Yanki Pürsün, gesundheitspolitischer Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, hat in der heutigen Plenardebatte auf die mangelhafte Versorgung psychisch Erkrankter hingewiesen: „Besonders für Kinder und Jugendliche, die unter psychischen Krankheiten leiden, ist die Versorgungslage angespannt. Gerade außerhalb der Ballungsräume können die Eltern trotz monatelanger Suche oftmals keinen Therapieplatz finden. Gleichzeitig fühlen sich viele Schülerinnen und Schüler psychisch belastet. Dieses Warnsignal muss ernst genommen werden.“ Vor diesem Hintergrund sei die Entscheidung, die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abzusenken, völlig falsch. Pürsün fordert: „Die Landesregierung muss sich in Berlin dafür einsetzen, dass diese Entscheidung korrigiert wird. Die Vergütung muss so ausgestaltet sein, dass ambulante Praxen wirtschaftlich tragfähig bleiben. Gerade im ländlichen Raum müssen Niederlassungen attraktiver werden, um Betroffene verlässlich versorgen zu können. Die Versorgung psychisch erkrankter Menschen muss wohnort- und zeitnah erfolgen.“

Pürsün betont, dass Hessen die Wartezeiten, regionale Erreichbarkeit, tatsächliche Behandlungskapazitäten und besondere Bedarfe von Kindern und Jugendlichen stärker im Blick haben müsse. Die Freien Demokraten haben einen Antrag (Drs. 21/4461) vorgelegt und eigene Ideen eingebracht, wie die Versorgung verbessert werden kann. Pürsün fordert unter anderem, dass stärker auf Digitalisierung gesetzt werden müsse: „Digitale und hybride Angebote können helfen, Versorgung schneller erreichbar zu machen. Videosprechstunden und digitale oder telefonische Erstgespräche ersetzen zwar keine notwendige Präsenztherapie, aber sie können Wartezeiten verkürzen, Wege erleichtern und frühe Intervention ermöglichen.“ Die psychotherapeutische Versorgung müsse nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern auch im Alltag der Menschen funktionieren. Pürsün betont: „Die Betroffenen müssen Hilfe erhalten, bevor aus einer Krise ein chronischer Krankheitsverlauf wird. Dafür müssen Bundes- und Landesregierung gemeinsam Sorge tragen.“