DR. NAAS zur IAA und der Zukunft des Autos

Wirtschaft25. September 2019

  • Klares Bekenntnis zur Automobilwirtschaft in Hessen
  • Kulturkampf gegen das Auto beenden 
  • IAA muss in Frankfurt bleiben

WIESBADEN – „Die Automobilindustrie ist eine der bedeutendsten Industriezweige in unserem Land. Allein in Hessen sind insgesamt 53.000 Menschen bei Unternehmen der Automobilwirtschaft tätig. Die hessische Automobilwirtschaft zählt mit über 17 Milliarden Euro Umsatz zu den wichtigsten Branchen überhaupt. Mit jährlichen Investitionen von 1,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung leisten die Unternehmen zudem einen großen Beitrag zur Innovationskraft unseres Landes. Mit einer Exportquote von 54 Prozent stellt die heimische Automobilindustrie zudem ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis. Insbesondere in den Regionen Hessens, in denen noch wirtschaftlicher Aufholbedarf besteht leistet die Automobil- und Zuliefererindustrie einen wichtigen Beitrag zu Wohlstand und Beschäftigung. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen sehen wir mit Sorge, dass in unserem Land ein Kulturkampf gegen das Auto geführt wird, der Unterstützung bis an die Stelle des stellvertretenden Ministerpräsidenten der Landesregierung findet“, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Dr. Stefan NAAS.

Naas weiter:

„Wir Freie Demokraten sehen eine industriepolitische Verantwortung der Landesregierung, durch ihre Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Automobilindustrie in Hessen zu setzen und so Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unserem Bundesland zu erhalten. Eine überhitzte, emotionalisierte Diskussion hilft weder dem Klima, noch der Automobilindustrie und den dort Beschäftigten und schon gar nicht den Mobilitätsbedürfnissen der Menschen. Niemandem ist geholfen, wenn eine deutsche Schlüsselindustrie schwach geredet und ihr die Zukunftsfähigkeit abgesprochen wird. Der Kulturkampf gegen das Auto muss beendet werden. Auch die Dämonisierung einzelner Fahrzeugklassen wird einer sachlichen Diskussion nicht gerecht. Es muss in der freien Entscheidung des Einzelnen stehen, welches Verkehrsmittel er nutzt. Dabei steht das Auto nach wie vor für die individuelle Freiheit und das Mobilitätsversprechen zu jeder Zeit an jeden Ort zu gelangen. Anstatt das Auto abschaffen zu wollen muss die Diskussion sich um die Suche nach der besten Technologie für die Zukunft drehen. Eine Verkehrswende hin zu einer ausschließlich kollektivistisch gedachten Mobilität ist nicht zukunftsgewandt, sondern wäre eine Wende zurück in die Vergangenheit. Wir Freie Demokraten sind überzeugt, dass das Auto auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Art der Fortbewegung spielen wird, insbesondere im ländlichen Raum. Mobilität ist unentbehrlich, denn sie ist die Voraussetzung für soziale Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben. Die Vielfalt an neuen Mobilitätsformen wird bei einem stetig steigenden Mobilitätsbedarf weiter wachsen. Dennoch war, ist und bleibt Mobilität immer individuell. Neue Mobilitätskonzepte müssen daher immer den Menschen in den Mittelpunkt stellen und vom Menschen her gedacht werden. Dies kann nur in einer ausbalancierten Stärkung aller Verkehrsträger gelingen. Eine ideologisch motivierte Steuerung zur Änderung des Modal Split ist daher ein Irrweg. Dies wird aber das Auto nicht überflüssig machen. Es ist eine zentrale Aufgabe der Landesregierung, sämtliche Dimensionen des Technologie- und Strukturwandels aktiv zu begleiten. Zum Erhalt der Automobil- und Zuliefererindustrie als eine der Schlüsselindustrien der deutschen Volkswirtschaft sind technologische Veränderungen, etwa im Bereich der Antriebstechnik, unumgänglich. Den hierfür notwendigen Innovationen durch eine technologieoffene Förderpolitik den Weg zu ebnen ist Aufgabe einer zukunftsorientierten Wirtschafts- und Industriepolitik.

Die IAA in Frankfurt ist seit 1951 ein Symbol für die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der heimischen und internationalen Automobilindustrie. Die Internationale Automobilausstellung IAA ist neben der Frankfurter Buchmesse die mit Abstand größte Einzelmesse, die in Frankfurt stattfindet. Sie ist zudem die besucherstärkste Messeveranstaltung in Frankfurt und damit nicht für die Messegesellschaft selbst, sondern für die gesamte Region ein immenser Wirtschaftsfaktor. Mit weit über 100.000 internationalen Besuchern ist die IAA zudem ein Schaufenster für Frankfurt und Hessen in die ganze Welt. Was dort ausgestellt wird, bestimmt nicht die Landesregierung oder die Politik, sondern die Aussteller und der VDA. Die IAA ist frei und macht die Ausstellung für ihre Kunden und nicht für die Landesregierung. Insbesondere die IAA hat zudem eine weitreichende wirtschaftliche Strahlkraft in die gesamte Region. Nicht nur, aber insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe profitieren enorm von den mehreren hunderttausend Übernachtungen anlässlich der IAA. Wir fordern daher die Landesregierung auf, sich intensiv für einen Fortbestand der IAA in Frankfurt einzusetzen. Wir sind davon überzeugt, dass in Ausübung dieser Verantwortung das Verhalten und Auftreten gegenüber den Kunden der Messe nicht durch persönliche Eitelkeiten motiviert sein darf. Dies ist mit der Ausübung von Funktionen in Leitungs- oder Aufsichtsgremien der Messegesellschaft unvereinbar. Wir fordern deshalb den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt als Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Messe Frankfurt GmbH auf, sich klar zu Frankfurt als auch künftigen Standort der IAA zu bekennen.“