Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen

24. März 2010

„Die fraktionsübergreifende Geschlossenheit, mit der der Hessische Landtag heute den Opfern seine Bestürzung und sein Bedauern ausspricht, ist ein wichtiges Zeichen für betroffene Kinder und Jugendliche“, sagte Stefan Müller, rechtspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, heute im Hessischen Landtag zur Debatte um den sexuellen Missbrauch.

Die Vielzahl der ständig neu ans Licht kommenden Fälle, in denen Vertrauenspersonen das Urvertrauen der Schwächsten unserer Gesellschaft missbraucht haben, sei schockierend. Dabei sei völlig unverständlich, wie es eine Gesellschaft habe zulassen können, dass sexueller Missbrauch in derartigem Ausmaße habe stattfinden können, ohne dass jemand etwas bemerkt hat.

„Da wurden systematisch Straftaten begangen und es ist sehr bedrückend, dass die betroffenen Kinder offenbar niemand gefunden haben, dem sie sich anvertrauen konnten. Da ist jeder Einzelne in Zukunft noch mehr gefragt. Wir müssen uns wieder mehr kümmern um die Menschen um uns herum. Wir brauchen eine Gesellschaft des Hinschauens und nicht des Wegschauens. Schulen, Sportvereine und Jugendgruppen müssen auch weiterhin Orte sein, wo Kinder gut aufgehoben sind, behütet und pädagogisch betreut werden. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, dass Kinder ihren Erziehern, Lehrern und Betreuern zu Recht vertrauen.

Straftaten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen müssen unmittelbar nach Kenntniserlangung zur Anzeige gebracht werden. Die betroffenen Institutionen müssen diese Aufgabe wahrnehmen und dazu externen Sachverstand heranziehen. Nur so könnten die Ermittlungen sachlich und neutral durchgeführt werden“, so Müller.