Schlechtester Schulanfang seit Jahrzehnten in Hessen

Bildung / Schule2. August 2018

  • Minister Lorz redet sich Lehrermangel schön
  • Statt Digitalisierung, Schulunterricht wie zu Großelterns Zeiten
  • Schulgebäude oft nicht zumutbar

WIESBADEN – Der schulpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang GREILICH, hat den bevorstehenden Schulanfang in Hessen als den schlechtesten seit Jahrzehnten bezeichnet. „Es gibt in hessischen Schulen mehr Probleme denn je“, sagte Greilich am Donnerstag, „aber Kultusminister Lorz verschließt die Augen vor der Realität und redet sich die Lage schön.“ Greilich nannte als Hauptprobleme Lehrermangel, schleppende Digitalisierung und den baulichen Zustand der Schulen.

„Der Lehrermangel vor allem in den Grundschulen und den berufsbildenden Schulen ist ein schwerwiegendes und wachsendes Problem, das Minister Lorz nicht wahrhaben will“, so Greilich. „Besonders betroffen sind die Grundschulen und an den weiterführenden Schulen die Fächer Kunst, Physik und Chemie sowie im Bereich der berufsbildenden Schulen Fächer wie Metall und Elektro. Dieses Problem ist seit Jahren bekannt, doch die Landesregierung hat die Augen verschlossen und nichts dafür getan, dass hier ausreichend Lehrernachwuchs ausgebildet wird. Dieses Versagen wird sich – insbesondere was die berufsbildenden Schulen angeht – nachhaltig negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft auswirken.“ Diejenigen, die als Lehrer und Schulleiter mit großem Engagement ihrem Beruf nachgehen, sind oftmals völlig überlastet und werden von der Landesregierung allein gelassen und nicht ernst genommen.

Greilich weiter: „Auch bei der Digitalisierung hat der Minister die Hände in den Schoß gelegt. Wenn Schüler in ihrer Freizeit mehr Berührung mit der Digitalisierung haben als in der Schule, dann ist gründlich etwas schief gelaufen.“ Dieser Landesregierung fehlt es komplett an einem Digitalisierungskonzept für die Schulen. Hessische Schüler werden noch wie ihre Eltern und Großeltern  unterrichtet – nur, dass die Welt inzwischen im digitalen 21. Jahrhundert angekommen ist, beklagte Greilich. „Sich hier allein auf den Digitalpakt mit dem Bund zurückzuziehen und die Hände in den Schoß zu legen, ist ein eklatantes Versagen.“

Scharfe Kritik übte der schulpolitische Sprecher der Freien Demokraten am baulichen Zustand der hessischen Schulen:  „In Klassenzimmer regnet es rein, Turnhallen sind baufällig, Toiletten in einem unwürdigen Zustand – was Hessen seinen Schulkindern an Gebäuden zumutet, ist kaum mehr zu beschreiben. Wie sollen junge Menschen Respekt lernen, wenn der Staat sie in derart maroden Schulen unterrichtet? Hier muss dringend etwas getan werden. Das ist das Mindeste, was wir unseren Kindern schuldig sind.“