ROCK zur Stärkung frühkindlicher Bildung

Familie / Kinder19. Februar 2020

  • Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes in Hessen nicht ausreichend
  • Land Hessen muss eigene Mittel in Qualität und Ausbau investieren
  • Hohe Nachfrage bedeutet auch neue Bildungschancen

WIESBADEN –  Hessen ist beim Verhältnis zwischen Erzieherinnen sowie Erziehern und betreuten Kindern, dem Betreuungsschüssel, in den Kindertagesstätten nur im Mittelfeld der Bundesländer zu finden. Bundesmittel aus dem Gute-Kita-Gesetz sollen jetzt Verbesserungen ermöglichen. Dazu brachte die Landesregierung aus CDU und Grünen im Hessischen Landtag heute einen entsprechenden Gesetzentwurf ein. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag und Sprecher für frühkindliche Bildung, René ROCK, sieht Hessen aber noch nicht auf dem Weg bester Chancen für alle Kinder: „Wir Freie Demokraten fordern seit Jahren in unseren Gesetzentwürfen und Anträgen, der frühkindlichen Bildung und der Betreuung in unseren Kitas endlich ausreichend Bedeutung beizumessen. Ich frage mich, wie wichtig Chancengerechtigkeit für Kinder der Landesregierung ist, wenn es Fortschritte und Investitionen erst durch Bundesmittel und durch die Umverteilung von kommunalen Mitteln gibt.“

Das sechste Gesetz zur Änderung des hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches von CDU und Grünen klinge bedeutsam, bleibe aber weit hinter dem zurück, was die hessischen Krippen und Kindertagesstätten für eine optimale Betreuung benötigen. Die Berechnung des Mindestpersonalbedarfs wird durch eine Erhöhung der Ausfallzeiten zwar verbessert und es wird ein fester Zeitanteil für Leitungsaufgaben festgelegt. Aber: „Wir Freie Demokraten forderten in unserem Gesetzentwurf eine Erhöhung des Verhältnisses von Fachkräften und Kindern, eine entschiedenere Veränderung der durchschnittlichen Betreuungsdauer sowie eine Anrechnung der Vor- und Nachbereitungszeiten, die direkt vom Land Hessen finanziert werden“, sagt Rock und ergänzt: „Wir fordern ebenso eine höhere Qualitätspauschale für Kindertagesstätten. Mit einer höheren Qualitätspauschale können wir alle Kinder nach ihrem jeweiligen Bedarf fördern. Sie ermöglicht den Kitas und Kommunen selbst festzulegen, welche Schwerpunkte sie setzen möchten. Und wir fordern einen Kinderbetreuungs- und Bildungsbericht und eine Fachkräfte-Offensive in Form der Einführung einer dualen Ausbildung mit allgemeiner Ausbildungsvergütung.“

„Alle Kinder in Hessen sollen die Chance bekommen, durch Lernen, Wissen und gute Bildung ihr Leben selbstbestimmt führen zu können“, betont Rock. Die Nachfrage nach entsprechenden Kitaplätzen sei enorm und könne derzeit nicht zufriedenstellend befriedigt werden. „Wir brauchen neue Investitionen jenseits von Bundesmitteln und der Umverteilung kommunaler Mittel.“ Der Investitionsplan der Freien Demokraten sieht für bedarfsgerechte Bildungs- und Betreuungsangebote mit hessischen Landesmitteln finanzielle Mehraufwendungen von circa 765 Millionen Euro pro Jahr für fünf Jahre vor. Grundvoraussetzung dafür ist die Schaffung von mehr Personalstellen. „Mehr qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher sind Grundvoraussetzung für eine bessere und wirklich zugewandte Betreuung. Hier geht es nicht um Kostenfreiheit für die Eltern, sondern um die bestmöglichen Lebenschancen für die Jüngsten unserer Gesellschaft.“