ROCK zur Debatte um Kinderbetreuung

Familie / Kinder30. Oktober 2019

  • Steigender Bedarf an beziehungsvoller Betreuung und frühkindlicher Bildung spiegelt komplexe Lebenswirklichkeit wider
  • Ausbau von Plätzen und Qualitätssteigerung als Herausforderung von Bund, Land und Kommunen
  • Fachkräftegewinnung ist Herkulesaufgabe

WIESBADEN – Anlässlich der Debatte über den Entschließungsantrag der Fraktionen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen zur Kinderbetreuung in Hessen erklärte der Vorsitzende der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, René ROCK: „Angesichts des wachsenden Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen und der Qualitätsansprüche, die wir Freien Demokraten an die beziehungsvolle Betreuung und frühkindliche Bildung zum Wohle unser Kinder an die pädagogischen Fachkräfte stellen, ist das, was die Landesregierung nun für Bereich der Kindertagesstätten angekündigt, ein längst überfälliger Schritt. Viele der nun vorgeschlagenen Maßnahmen haben wir Freie Demokraten bereits letztes Jahr in einem eigenen Gesetzentwurf gefordert. Dieser wurde wie selbstverständlich von der schwarz-grünen Koalition abgelehnt. Schön, wenn sich richtige Ideen durchsetzen und die Landesregierung in den Zielsetzungen nachziehen möchte.“

Rock weiter:

„Die Welt ist zu komplex geworden, um sie mit einfachen Maßnahmen und ohne langfristige Planung am Laufen zu halten. In unserem Gesetzentwurf hatten wir bereits einen langfristigen Zeitplan und die Ausfinanzierung aller Betreuungsstufen dargestellt. Wir hatten eine Anrechnung der mittelbaren pädagogischen Arbeit sowie der Leitungsaufgaben gefordert, eine Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation geplant und bereits in der letzten Wahlperiode einen finanziellen Mehrbedarf in Höhe von 750 Mio. Euro angesetzt. Die nun veranschlagten finanziellen Mittel, die aus dem Gute-Kita-Gesetz vom Bund kommen und seitens des Landes über „Starke Heimat Hessen“ finanziert werden sollen, reichen nicht aus, um all diese Ansprüche zu erfüllen. Vor diesem Hintergrund warten wir Freie Demokraten gespannt auf die Bund-Länder-Vereinbarung und die notwendige Novellierung des Hessischen Kinder- und Jugendgesetzbuches und erwarten, dass sich die Zielsetzungen des quantitativen und des qualitativen Ausbaus dort widerspiegeln.

Eine zentrale Herausforderung ist die Fachkräftegewinnung, denn ohne ausreichend qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher werden sämtliche Pläne nicht zu realisieren sein. Daher plädieren wir für eine Ausbildungsvergütung und die Ausweitung der praxisintegrierten Ausbildung und begrüßen, dass nun endlich unsere Forderung nach einer aktualisierten Bedarfsplanung nachkommt. Denn langsam scheint es auch der hessischen Landesregierung zu dämmern, dass unsere Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher neue, sie unterstützende Rahmenbedingungen benötigen. Kindertagesstätten spiegeln das Leben in allen unterschiedlichen Facetten und Problemlagen wider und der Bedarf an Betreuung wächst ungebremst. Wir Freie Demokraten setzen uns entschieden dafür ein, alle Kinder bestmöglich in ihrer kognitiven, sprachlichen, motorischen sowie sozial-emotionalen Entwicklung zu unterstützen, zu fördern und zu begleiten und diesen eine kindgerechte beziehungsvolle Betreuung und frühkindliche Bildung zukommen zu lassen. Hessen braucht eine langfristige Fachkräfteoffensive, Qualitätsinitiativen, attraktive Ausbildungsmöglichkeiten, bessere Betreuungsschlüssel und vor allem mehr Kinderbetreuungsplätze. Dabei müssen sich in der Finanzierung Bund, Länder und Kommunen eng vernetzen. Die Kommunen können das weder personell noch finanziell alleine stemmen. Das Land muss originäre Finanzmittel zur Verfügung stellen anstatt die Mittel der Kommunen umzuverteilen.“