ROCK zur Bertelsmannstudie

Bildung / Schule26. September 2019

WIESBADEN – „Die Betreuungssituation in den hessischen Kindertagesstätten entspricht nach wie vor nicht den Vorstellungen der Freien Demokraten, wenn es darum geht beste beziehungsvolle Betreuung und frühkindliche Bildung zum Wohle der Kinder zu realisieren. Sie stellt zudem eine hohe Arbeitsbelastung für die Fachkräfte dar und ist auch eine Ursache für die Fachkräftesituation, die sich mit Blick auf die Anforderungen an den quantitativen und qualitativen Ausbau zuspitzt. Zu diesen Ergebnissen kommt wiederholt das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung, das heute veröffentlicht wurde. Statt des empfohlenen Personalschlüssels von 3 für die unter 3-Jährigen betreuen in Hessen Erzieherinnen und Erzieher 3,8 Kleinkinder. Auch im Kindergarten sieht die Quote nicht besser aus. Statt den empfohlenen 7,5 Kindern sind es dort 9,6. Damit ist Hessen im Vergleich zu den anderen westdeutschen Bundesländern Vorletzter. Das kann nicht und darf nicht der Anspruch bei der frühkindlichen Bildung in unserem Land sein. Das Ergebnis zeigt, dass Schwarz-Grün beim Thema frühkindliche Bildung weiterhin die Zukunft verschläft. Keinen einzigen Cent Landesgeld sind Schwarz-Grün unsere Kinder wert“, erklärt der Vorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, René ROCK.
Rock weiter:

„Um eine kindgerechte Betreuung in den Kitas in Hessen sicherzustellen, braucht es den neuesten Berechnungen der Bertelsmann Studie fast 8.000 zusätzliche Fachkräfte. Dies muss auch ein Weckruf sein! Die Landesregierung muss endlich anfangen Maßnahmen gegen diesen Mangel zu ergreifen. Für mehr Plätze, eine gute Kita-Qualität und den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher. Diese können wir nur gewinnen und halten, wenn die Arbeitsbedingungen gut und attraktiv sind. Wir Freien Demokraten fordern bereits seit längerem einen Runden Tisch Kinderbetreuung mit dem Themenschwerpunkt Fachkräftegewinnung, an dem die Landesregierung mit Trägern, Ausbildungsanbietern, (Hoch-)Schulen und Verbänden gemeinsam Maßnahmen auf den Weg bringt, um ausreichend Fachkräfte zu qualifizieren. Wir sehen uns auch in diesem Kurs nachhaltig bestätigt. Denn wir sind der Überzeugung, dass die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher insgesamt attraktiver gestaltet werden muss. Dazu gehört insbesondere eine Ausbildungsvergütung und die Stärkung einer praxisintegrierten Ausbildung. Wir möchten, dass die Ausbildung für den Erzieherberuf wie bei anderen Berufen auch vergütet wird. Mit Blick auf das lebenslange Lernen und die Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung gilt es, gemeinsam mit den Hochschulen Studiengänge zu gestalten, die das berufsbegleitende Studium ermöglichen. Eine Anerkennung und Anrechnung von bisherigen Arbeitsleistungen und von Fort- und Weiterbildungsangeboten soll den Eintritt erleichtern. Aber darüber hinaus muss es gelingen, dass diese Fachkräfte in den Kindertagesstätten verbleiben, um beziehungsvolle Betreuung und frühkindliche Bildung zu verwirklichen“, so René Rock abschließend.