ROCK zum Windkraftausbau in Hessen

Energie5. August 2019

Im Zusammenhang mit der Antwort der hessischen Landesregierung auf die Kleine Anfrage (Drs. 20/871) des Abgeordneten René Rock zur Entwicklung der genehmigten und in Betrieb gegangen Windkraftanlagen in Hessen erklärt René Rock, Vorsitzender der Freien Demokraten im Hessischen Landtag:

„Der Windkraftausbau in Hessen kommt zum Erliegen. In 2017 gingen 102 neue Windkraftanlagen in Betrieb, 2018 waren es 73. Im ersten Halbjahr 2019 ging keine einzige neue Windkraftanlage in Hessen ans Netz. Auch die Zahl der genehmigten Anlagen liegt im Jahr 2019 bisher mit einer Anlage faktisch bei null. Das zeigt für uns: Das Potential für Windindustrieanlagen ist in Hessen ausgeschöpft. Hier stehen schon rund 1.160 Windkraftanlagen, einer großer Teil davon in sensiblen Wäldern.“

Rock weiter:

„Wir glauben an eine Energie- und Klimapolitik, die keine Wälder abholzt und damit bedrohte Tierarten wie Rotmilan und Fledermaus gefährdet. Wenn die grünen Umwelt- und Energieminister Hinz und Al-Wazir keine Windkraftanlagen genehmigen können, obwohl sie es liebend gerne täten, dann ist klar: Hessen verträgt keine neuen Windindustrieanlagen mehr. Es ist auch der Verdienst tausender ehrenamtlich engagierter Menschen in vielen Bürgerinitiativen, dass die rechtlichen Voraussetzungen für Windkraftanlagen nun richtig geprüft werden, weil sie genau darauf schauen, dass das Naturschutzrecht eingehalten wird. Als Freie Demokraten sind wir überzeugt: Wir müssen den Wald schützen. Jüngste Studien der renommierten Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich zeigen, dass der Schutz des Waldes zu den wirksamsten Klimaschutzmaßnahmen zählt. Bäume haben danach das Potential bis zu zwei Drittel der menschengerechten CO2-Emissionen aufzunehmen. Damit lässt sich der Klimaerwärmung entgegenwirken und wir erhalten unsere Artenvielfalt und Biodiversität. Hessen muss dem Vorbild von Nordrhein-Westfalen folgen und die Abholzung von Wald für Windindustrieanlagen im Rahmen der Landesplanung untersagen. Über 80 Prozent der in Hessen vorgesehenen Windkraftzonen sollen nach dem Willen der CDU-grünen Landesregierung in Wäldern entstehen. Sogar der berühmte Märchenwald in Nordhessen mit dem Naturpark Reinhardswald soll zerstört werden. Das kann keine kluge Politik sein.“

Rock abschließend:

„Statt mit den Wäldern unsere Lebensgrundlage zu zerstören setzen wir auf die Ersetzung von Kohle, durch Gas. Damit ließen sich schnell und grundlastfähig bis zu 150 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland einsparen. Durch schrittweise Erhöhung des Biogasanteils ließe sich die Klimabilanz des Energieträger Gas noch weiter verbessern.“