Regierungserklärung zur Flüchtlingssituation in Hessen

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Abschaffung von Kontrolle und Regeln führt nicht zu Humanität, sondern zu Anarchie in der Flüchtlingskrise – Nur ein handlungsfähiger Staat kann historische Herausforderungen meistern und Chancen ermöglichen

„Im Hessen und Deutschland dieser Tage kann man für die große Anteilnahme, die Hilfsbereitschaft und auch die Belastbarkeit des weit überwiegenden Teiles der Bürgerinnen und Bürger nur voller Dankbarkeit und Stolz größten Respekt zollen. Vor allem das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in dieser historischen Ausnahmesituation ist beeindruckend. Diesbezüglich stimmen wir mit der Analyse des Ministerpräsidenten ohne Zweifel überein: „Hessen handelt!“. Angesichts der Entwicklungen der letzten Tage und Wochen muss man feststellen: Auch die politischen Entscheidungsträger handeln – bemüht, aber zu zögerlich jedoch die hessische Landesregierung, viel zu spät und kopflos die Bundesregierung“, so der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian RENTSCH, anlässlich der Regierungserklärung des Hessischen Ministerpräsidenten zur derzeitigen Flüchtlingssituation.

Rentsch weiter:

„Auch wir Freie Demokraten halten es nicht für angezeigt, in dieser Ausnahmesituation in Parteiengezänk zu verfallen – ein „Schwarze-Peter-Spiel“ zwischen Land, Bund und Europa hilft weder den Flüchtlingen, noch unserer Bevölkerung bei der Bewältigung der historischen Herausforderung, vor der wir stehen. Es ist aber ebenso wenig opportun, die erheblichen Fehler, die derzeit auch im Land, vor allem aber im Bund, gemacht werden, schweigend hinzunehmen und sehenden Auges wie eine Horde Lemminge den politisch Verantwortlichen in den gesellschafts- und integrationspolitischen Abgrund zu folgen. Nur mit einer ehrlichen Analyse können die bereits jetzt schon gemachten Fehler noch korrigiert werden.

Setzt sich dieses Staatsversagen auf allen Ebenen weiter fort, werden wir als Gesellschaft die Herausforderungen, die sich durch die Flüchtlingsströme ergeben, nicht meistern können.

Es gibt eben nicht nur Radikale oder Gutmenschen, sondern eine sehr hilfsbereite und dennoch besorgte, breite Bevölkerungsschicht, die von uns erwarten, dass wir eine tragfähige, europäische Lösung finden, die eine gerechte Lastentragung vorsieht. Dies und nichts anderes muss unser aller Anspruch sein.“