Qualifizierte Schulvorbereitung

10. Mai 2012

ROCK: Unser Ziel ist Chancengerechtigkeit für jedes Kind – mit der QSV bringen wir einen wichtigen Baustein in der Förderung frühkindlicher Bildung auf den Weg

„Alle Kinder in Hessen sollen über optimale Startchancen im Leben verfügen. Mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ist seit jeher eine zentrale Forderung der hessischen Liberalen. Heute lösen wir dieses Wahlversprechen ein und bringen mit der Qualifizierten Schulvorbereitung einen wichtigen und großen Baustein in der Förderung frühkindlicher Bildung auf den Weg“, so René ROCK, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag.

Rock, der zugleich familienpolitischer Sprecher der Regierungsfraktion ist, erklärte:

„Unser Ziel ist die bestmögliche Förderung eines jeden Kindes, gerade in der frühkindlichen Phase. Mit dem ab August 2012 bis zum Jahr 2014 laufenden Modellprojekt wird dieser Weg nun konsequent beschritten. Allein im ersten Jahr werden etwa 1200 Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren davon profitieren, dass Kindergärten und Schulen zukünftig noch enger zusammenarbeiten und dadurch konsistente Bildungs- und Entwicklungsprozesse ermöglichen.

Gerade in den frühen Entwicklungsjahren erwerben Kinder all diejenigen Kompetenzen, die sie brauchen, um sich später in der Schule oder im Leben aktiv zu beteiligen, um selbstständig und in der Interaktion mit anderen zu lernen, für sich selbst und andere Verantwortung übernehmen zu können und kompetent mit Wandel und Veränderung umzugehen. Kinder sollen Kinder bleiben. Mit der Qualifizierten Schulvorbereitung schaffen wir für sie aber ein Angebot, dass sie darin unterstützen wird, individuell und auf spielerische Art und Weise wichtige Kompetenzen zu erwerben und Begabungen und Fähigkeiten zu entfalten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung der sprachlichen Bildung und Entwicklung, der Motorik, aber auch der Erwerb sozialer und schulischer Kompetenzen.“

Der Sozialpolitiker verweist darauf, dass zahlreiche internationale Studien den großen Nutzen der Förderung frühkindlicher Entwicklungs- und Bildungsprozesse vielfach nachgewiesen haben. So steige allein durch einen Krippenbesuch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind später ein Gymnasium besucht, von 36 Prozent auf rund 50 Prozent. In diesem Zusammenhang wies Rock auch auf die Bedarfe in Hessen hin. Das Kindersprachscreening, das bislang freiwillig von den Kitas angewendet werden kann und das in die Schulvorbereitung integriert wird, hat ergeben, dass im Durchschnitt 24 Prozent der deutschsprachigen Kinder im Vorschulalter und 38 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund noch Sprachdefizite aufweisen. Die Hessische Landesregierung investiere mit 333 Mio. deshalb bereits so viel, wie nie zuvor in die frühkindliche Bildung. Mit der Qualifizierten Schulvorbereitung würden diese Anstrengungen nochmals um ein vielfaches erhöht.

Dazu Rock:

„Auf Grundlage des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans wird die Schulvorbereitung vielfältige qualitätssicherende und qualitätsentwickelnde Maßnahmen im Bereich der frühkindlichen Bildung umfassen. Es bietet den Fach- und Lehrkräften die Möglichkeit, gemeinsam und aktiv mit den Familien die letzten beiden Kindergartenjahre mit alltagsintegrierten Bildungsangeboten so zu gestalten, dass der Übergang in die Schule für die Kinder erleichtert wird. Nach der Modellphase, die vor allem der besseren Abstimmung des Rahmenplans an die Praxis dient, soll die Qualifizierte Schulvorbereitung dann auch flächendeckend zu Einsatz kommen.

Allein der enorme Zuspruch, den wir von den Kindergartenträgern auf die Ausschreibung bekommen haben, zeigt, dass wir den richtigen Ansatz gewählt haben. Indem wir die pädagogische Weiterbildung und Vorbereitung der Erzieherinnen und Erzieher intensiv fördern, schaffen wir ein attraktives Programm, mit dem sich die Qualität der pädagogischen Arbeit in Kitas nochmals wesentlich verbessern wird. Am Ende kommt das allein denjenigen zugute, auf die es uns ankommt: die Kinder.“