PROMNY zu Lehrern

Bildung / Schule11. November 2019

  • Zahlen sind alarmierend
  • An Qualität nicht sparen
  • Lehrerberuf aufwerten

WIESBADEN – „Die Zahlen über unzureichende und nicht qualifizierte Lehrkräfte an unseren Schulen sind alarmierend“, sagt der der bildungspolitische Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Moritz PROMNY, mit Blick auf die heutige Berichterstattung des Hessischen Rundfunks. Demnach unterrichten allein an hessischen Grundschulen 1500 Lehrerinnen und Lehrer ohne pädagogische Fachkenntnisse, was etwa zehn Prozent der Lehrkräfte entspreche. Der Mangel an pädagogisch ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern sei für Grundschulen besonders gravierend, würden dort doch die Weichen für den gesamten Bildungsweg gestellt. „Generell sollten wir an der Qualität nicht sparen, aber für die Jüngsten gilt das ganz besonders“, sagt Promny.

„Wir wollen erfahren, wie die Zahlen ganz genau aussehen“, sagt Promny und erinnert in diesem Zusammenhang an einen Dringlichen Berichtantrag, den die Freien Demokraten gestellt haben. Sie wollen wissen, mit welchen Schülerzahlen die Landesregierung in den nächsten zehn Jahren für die verschiedenen Bildungsgänge rechnet und hakt auch in Bezug auf die Bertelsmann-Studie nach, die höhere Schülerzahlen prognostiziert hatte als die Kultusministerkonferenz. Weiteres alarmierendes Beispiel seien die Förderschulkräfte und auch die Berufsschulen, denen nach einem HR-Bericht ebenfalls Lehrkräfte fehlen.

Erneut zeige sich, dass der Lehrerberuf dringend attraktiver und aufgewertet werden müsse, sagt Promny. Dazu gehöre auch, dafür Sorge zu tragen, dass sich Lehrer weniger überlastet fühlten. Die erneuten offenen Briefe aus Grundschulen zeigen einmal mehr, dass die Aufgaben und die Herausforderungen wie Integration, Inklusion, Umgang mit Heterogenität und Ganztagsangeboten nicht mehr angemessen bewältigt werden können, wenn Lehrkräfte und Schulleitungen nicht unterstützt und entlastet werden. Denn die derzeitige Situation an den Schulen führt zu Qualitätseinbußen, die die Schulen nicht länger hinnehmen wollen. Hier wirft Promny der Landesregierung Ignoranz vor: „Dass nach unserer Anhörung zur Belastung von Lehrkräften und Schulleitungen der FDP im Sommer vergangenen Jahres nichts passiert ist, sagt eigentlich alles. Zudem muss eine zusätzliche Lehrerstelle auch von einer qualifizierten Lehrkraft besetzt sein. Da hilft keine Realitätsverweigerung der Koalition und des Kultusministeriums“, kritisiert Promny.