PROMNY: Anspruch und Wirklichkeit liegen bei Digitalunterricht weit auseinander

28.08.2020
  • Minister braucht für Plan erst Anstoß der Kollegen
  • Für Stufen-Modell sind Inzidenzzahlen erforderlich
  • Tablets stehen erst verspätet zur Verfügung

WIESBADEN – „Mit dem heute vorgestellten Vier-Stufen-Modell sind Hessens Schulen auf einem gangbaren Weg, aber noch lange nicht am Ziel“, stellt Moritz PROMNY, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, anlässlich der heutigen Pressekonferenz des Kultusministeriums fest. „Es ist schade, dass es offenbar erst eines Anstoßes aus Berlin und der Kultusministerkonferenz bedarf, ehe der Minister ein Modell vorlegt, wie Unterricht in Abhängigkeit von der Corona-Infektionslage organisiert werden kann. Nun müssen zwingend noch Inzidenzzahlen festgelegt werden, um klar zu regeln, wann welche Stufe gilt“, fordert Promny.

Er ergänzt: „Beim digitalen Unterricht liegen berechtigter Anspruch und Wirklichkeit leider mal wieder weit auseinander: Wir Freie Demokraten mahnen immer wieder an, die Digitalisierung der Schulen intensiver voranzutreiben, als das bislang geschehen ist. Heute bestätigt eine Veröffentlichung des Hessischen Rundfunks, was wir schon lange befürchtet haben: Die Schulträger haben zwar Endgeräte bestellt, die Schulen müssen aber voraussichtlich noch einige Monate auf die Tablets warten. Damit steht zu befürchten, dass digitaler Unterricht nicht im erforderlichen Umfang gewährleistet werden kann, falls Kinder und Jugendliche wieder zu Hause beschult werden müssen“, fürchtet Promny. Darunter leide das Recht auf Bildung.

„Zudem wurde heute deutlich, dass sich das Kultusministerium des Problems der Schülerbeförderung zwar bewusst zu sein scheint, es aber nicht aktiv angeht“, sagt Promny. „Dabei gäbe es zahlreiche Möglichkeiten, die Schülerbeförderung zu entzerren, wie beispielsweise die Lösung in Rheinland-Pfalz zeigt.“ Dort hat die Landesregierung dafür gesorgt, dass es zusätzliche Kapazitäten gibt.