Pakt für Weiterbildung

Berufliche Bildung30. September 2016

CDU, SPD, GRÜNE und FDP unterstützen Pakt für Weiterbildung

„Es ist ein wichtiges und erfreuliches Signal, dass mit dem heute in Wiesbaden unterzeichneten ‚Pakt für Weiterbildung‘ eine breite politische und gesellschaftliche Verständigung auf eine zukunftsweisende und nachhaltige Förderung der Weiterbildung in Hessen erzielt werden konnte“, erklärten die weiterbildungspolitischen  Sprecher der Landtagsfraktionen Hugo Klein (CDU), Kerstin Geis (SPD), Daniel May (Bündnis90/Die Grünen) und Wolfgang Greilich (FDP) anlässlich der heutigen Unterzeichnung des Paktes für Weiterbildung. Die vier Fraktionen des Hessischen Landtages, das Hessische Kultusministerium und die Einrichtungen der Weiterbildung nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz, die öffentlichen und die freien Träger, unterstreichen mit dieser Einigung nicht nur das gemeinsame Bestreben nach einer für alle Seiten annehmbaren Verständigung, sondern bringen damit auch die besondere Wertschätzung und Verantwortung aller Beteiligten für den Weiterbildungssektor zum Ausdruck. Die Erhöhung der Förderung war notwendig.

Über einen Zeitraum von vier Jahren stellt das Land Hessen ab dem 1. Januar 2017 insgesamt 12 Millionen Euro für Maßnahmen im Bereich der Weiterbildung zur Verfügung. „Die Träger der Weiterbildungseinrichtungen erhalten dadurch nicht nur deutlich mehr finanzielle Ressourcen als bisher, sondern auch eine über die Parteigrenzen hinaus anerkannte Planungssicherheit und Verlässlichkeit so die Abgeordneten. Darüber hinaus sei mit dem Pakt für Weiterbildung eine inhaltliche Vertiefung und Weiterentwicklung der Aufgaben und Handlungsfelder der Weiterbildungsträger verbunden. Dieses verstärkt an die individuellen, regionalen und gesellschaftlichen Bildungsbedürfnisse angepasste Konzept werde sowohl die bestehenden Angebote einer größeren Zahl von Menschen zugänglich machen, als auch den erweiterten Anforderungen an qualitativ hochwertige Weiterbildungsangebote entsprechend Rechnung tragen.

„Angesichts des rasanten gesellschaftlichen Wandels stellen Arbeitsmarkt und Lebensalltag besondere Anforderungen an hinreichende und qualitativ hochwertige Angebote zur Weiterbildung. Der zunehmende Fachkräftemangel in zahlreichen Berufsfeldern, die demographische Entwicklung sowie die Auswirkungen des digitalen und technologischen Fortschrittes in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft unterstreichen dabei die stetig zunehmende Bedeutung eines vielfältigen, qualitativ hochwertigen und flächendeckenden Weiterbildungsangebotes“, erläutern die vier Abgeordneten. Zudem werde mit Weiterbildung nicht nur die Möglichkeit zum Aufstieg durch Bildung unterstützt, sondern auch das Bildungsideal eines lebenslangen Lernens als Bestandteil der persönlichen Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung gefördert. „Die gesamtgesellschaftliche Herausforderung der Integration von Flüchtlingen stellt die Träger der Weiterbildungseinrichtungen zudem vor besondere Aufgaben und macht eine Fortentwicklung der bestehenden Strukturen der Weiterbildung erforderlich. Unser Dank gilt daher insbesondere den öffentlichen und freien Trägern der Weiterbildung, die in den zurückliegenden Monaten ihre Vorstellungen, Ideen und Konzepte in die Erarbeitung eines modernen inhaltlichen Konzeptes eingebracht haben.“

„Der Pakt für Weiterbildung ist jedoch auch Ausdruck des hohen Stellenwertes und der Wertschätzung, den die Fraktionen der Weiterbildung und dem Prozess des lebenslangen Lernens beimessen“, betonten die Abgeordneten. In dem gemeinsamen Bemühen, eine tragfähige und für alle Beteiligten vorteilhafte Verständigung zu erzielen, haben die Vertreter von CDU, SPD, GRÜNE und FDP in den zurückliegenden Monaten eine Vielzahl von Gesprächen mit den öffentlichen und freien Trägern im Bereich der Weiterbildung geführt. In einem breit angelegten Dialogprozess galt es, eine nachhaltige und verlässliche Übereinkunft zur künftigen Ausgestaltung der Weiterbildung herbeizuführen und konkrete Lösungsstrategien und Handlungsempfehlungen für die vielfältigen Fragestellungen und Aufgaben der Weiterbildung zu erarbeiten. „Dass es dank der engagierten und sachorientierten Arbeit aller Beteiligten gelungen ist dieses Ziel fraktionsübergreifend zu erreichen, unterstreicht das verantwortungsvolle Handeln in diesem zentralen bildungspolitischen Aufgabenfeld.“

Zur finanziellen Ausgestaltung und Unterstützung der vielfältigen Aufgabenfelder wird das Land Hessen im Ergebnis 12 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren zur Verfügung stellen. Die Gelder werden dabei jeweils hälftig in eine rund zwanzigprozentige Erhöhung der Fördersätze für die im Hessischen Weiterbildungsgesetz vorgesehenen Unterrichts- und Teilnehmerstunden einerseits sowie in gezielte Projektförderung andererseits fließen. „Der Pakt für Weiterbildung geht folglich nicht nur mit einer signifikanten Erhöhung der bisherigen finanziellen Mittel einher, sondern auch mit einer nachhaltigen Qualitätssteigerung und einer  Ausweitung der bestehenden Angebote. Durch die Möglichkeit einer attraktiveren Vergütung für die Mitarbeiter und Kursleiter können professionellere Strukturen in der Weiterbildung etabliert werden. Professionalisierungsangebote können zudem auch über die Projektförderung gefördert werden. Gleichzeitig können durch projektgebundene Mittel passgenaue Konzepte vor Ort für die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse entwickelt und diese aktuellen Herausforderungen angepasst werden“, informierten Klein, Geis, May und Greilich. „Über die zusätzlichen Mittel hinaus ist der Pakt für Weiterbildung vor allem ein wegweisender Beitrag zu einer auch konzeptionell nachhaltigen und zielführenden Fortentwicklung der hessischen Weiterbildungslandschaft.“