LENDERS zu möglichem Teilverkauf des Opel-Entwicklungszentrums

Arbeit & SozialesWirtschaft5. September 2018

  • PSA hat Opel aus Verlustzone geholt
  • Teilverkauf kann neue Chancen für den Standort Rüsselsheim eröffnen
  • Industrie- und Automobilstandort Hessen muss auch in Zukunft stark bleiben

Anlässlich der bekannt gewordenen Pläne für einen Teilverkauf des Opel-Entwicklungszentrums in Rüsselsheim an den französischen Ingenieurdienstleister Segula erklärte Jürgen LENDERS, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag: „Allen war klar, dass nach dem Ausstieg von General Motors bei Opel ein schwieriger Umstrukturierungsprozess folgen würde. Trotz der Herausforderungen ist es PSA als neuem Opel-Eigentümer gelungen, das Unternehmen nach jahrelangen Verlusten wieder in die Gewinnzone zu führen. Wir sollten froh sein, dass PSA an den Automobilstandort Hessen glaubt und weiter investiert, denn ohne das Engagement des französischen Unternehmens würde die Perspektive für Rüsselsheim dramatisch schlechter aussehen.

Die aktuellen Pläne sind Bestandteil der Umstrukturierung. Genauso wie die Übernahme von Opel durch PSA kann auch dieser Schritt neue Chancen für den Standort Rüsselsheim eröffnen. Segula beschäftigt weltweit 11.000 Fachkräfte und Ingenieure an 140 Niederlassungen und entwickelt technische Lösungen für die Automobilindustrie und viele weitere Branchen wie die Luft- und Raumfahrt oder Schienenfahrzeughersteller. Von dieser Kompetenz und dem breiten Fokus auf viele Branchen und Märkte können wir in Hessen profitieren. Segula ist schon bisher ein starker Partner von PSA und deshalb auch in Zukunft ein Partner für Opel. Sollten bis zu 2.000 Techniker und Ingenieure auf freiwilliger Basis zu Segula wechseln, ist das ein klares Signal für die Zukunft des Standorts Rüsselsheim. Es ist notwendig, dass jetzt die Weichen gestellt werden, um das Unternehmen fit für die Zukunft und dann auch mittelfristig wieder wachstumsfähig zu machen, statt krampfhaft an Strukturen festzuhalten, die am Ende zu einer scheibchenweisen Standortschließung führen würden.“

Lenders weiter: „Ich rate unseren politischen Wettbewerbern dazu, die Lage nicht schlecht zu reden, sondern gemeinsam mit uns dafür zu arbeiten, dass der Industrie- und Automobilstandort Hessen auch in Zukunft stark bleibt. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Ingenieur- und Fachkräfteausbildung in Hessen gestärkt wird, dass Standorte nicht durch zu hohe Energiekosten, Steuern und Abgaben gefährdet werden und endlich mehr in eine moderne Verkehrsinfrastruktur investiert wird. Wenn wir als politisch Verantwortliche unsere Hausaufgaben machen, werden auch die Beschäftigten des Unternehmens eine gute Zukunft haben.“