Lehrkräftesituation in Hessen

Bildung / Schule22. Februar 2017

  • Umgang von CDU und Grünen mit Lehrkräfte-Problematik ist Trauerspiel
  • Ziel muss es sein, die besten Lehrkräfte für die Kinder unseres Landes zu gewinnen
  • Landesregierung will mit Zahlen aus anderen Bundesländern ablenken und bleibt Lösungsansatz schuldig

Anlässlich der heutigen Plenardebatte zum Lehrkräftemangel in Hessen erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang GREILICH: „Es ist ein Trauerspiel, wenn man sich den Umgang der schwarz-grünen Landesregierung mit der Problematik des Lehrkräftemangels in den letzten Monaten betrachtet. Offensichtlich scheitern CDU und Grüne aktuell an ihren eigenen Zielsetzungen. Es ist aktuell nicht absehbar, wie die 1.100 neuen Stellen besetzt werden sollen. Der einzige Grund, warum Hessen nicht längst noch weiter ins Minus bei der Lehrerversorgung gerutscht ist, besteht in der hervorragenden tatsächlichen Unterrichtsversorgung von 105 Prozent, die von Minister Lorz‘ liberalen Amtsvorgängerinnen geschaffen wurde. Selbst wenn wir das Engagement der Landesregierung im Bereich der Flüchtlingsbeschulung anerkennen, offenbart die aktuelle Situation, dass der Landesregierung genaue Berechnungen fehlen, wie viele Lehrkräfte genau für selbst gewählte Schwerpunkte wie den Pakt für den Nachmittag, den Ausbau Sozialindex und inklusive Schulbündnisse benötigt werden – und vor allem, wo diese herkommen sollen.“

Weiter erklärte Greilich:

„Diese Landesregierung kann die Verantwortung für die aktuelle Situation nicht einfach von sich weisen, da sie mit ihren eigenen Entscheidungen wie beispielsweise der Beamtenbesoldung und der Frage der befristeten Verträgen selbst dazu beiträgt, dass für Hessen ein Wettbewerbsnachteil entsteht. Entsprechend akzeptieren wir auch keine Krokodilstränen, da eben diese Rahmenbedingungen seitens der Landesregierung verändert werden könnten, um die besten Lehrkräfte für die Kinder und Jugendlichen unseres Landes zu ermutigen, in den hessischen Schuldienst zu treten. Die jetzige Situation an manchen hessischen Schulen ist gerade auch deshalb so ärgerlich, da die Entwicklung absehbar war und wir bereits im letzten Jahr bei den Stellenkürzungen an den Grundschulen und Gymnasien die Landesregierung eindringlich vor den Folgen ihrer Entscheidungen gewarnt haben.

Wir sind der Überzeugung, dass gerade der Grundschulbereich unser besonderes Augenmerk erfordert, da Lernversäumnisse in diesem Altersbereich später nur sehr schwer und aufwendig wieder aufgeholt werden können. Es geht hier um nicht weniger als um die Zukunft jedes Einzelnen – und genau deshalb muss es das unbedingte Ziel der hessischen Bildungspolitik sein, Qualität, aber auch eine größtmögliche Kontinuität sowie Verlässlichkeit zu gewährleisten. Daher ist es eindeutig zu wenig, wenn Minister Lorz und die Fachsprecher der Regierungskoalition bei der heutigen wichtigen Plenardebatte bloß die Zahlen aus anderen Bundesländern aufsagen. Ein klares Konzept zur Problembewältigung blieben Lorz und Co. hingegen erneut schuldig.“