Kleine Anfrage zu Patentanmeldungen und Verwertung hessischer Universitäten und Hochschulen

HochschuleWirtschaft30. Juli 2018

„Für uns hat die Stärkung der Innovationskraft eine herausragende Bedeutung, um Hessen zu einem der führenden Innovationsstandorte in Europa zu machen. Leider ist Hessen im Europäischen Innovationsindex von Platz 7 auf Platz 10 abgerutscht, obwohl Wirtschaftsminister Al-Wazir selbst das Erreichen von Platz 5 als Ziel ausgegeben hatte.“

„Die Antwort auf meine Kleine Anfrage zeigt, dass an den 12 hessischen Universitäten und Hochschulen zusammen nur 12 Stellen für die Themen Patentierung, gewerblicher Rechtsschutz und Kommerzialisierung von Erfindungen zur Verfügung stehen. An neun der 12 Hochschulen ist sogar jeweils weniger als eine ganze Stelle für diese Themen vorgesehen. Angesichts der Tatsache, dass wir insgesamt rund 26.000 wissenschaftliche Mitarbeiter an den hessischen Hochschulen haben, sind diese 12 Stellen lächerlich wenig. Al-Wazir verschläft diese wichtigen Themen ganz offensichtlich.“

Lenders weiter:

„Wir Freien Demokraten wollen die Forschung und Innovationsförderung deutlich ausbauen. Dazu gehört es auch den Transfer vom Labor auf die Werkbank schneller und in größerem Umfang hinzubekommen. Deshalb haben wir in unserem Wahlprogramm  regionale Innovationszentren (Center of Innovation) vorgesehen, um die Zusammenarbeit von Hochschulen und Wirtschaft bei der Kommerzialisierung von Ideen und Patenten zu beschleunigen. Wir wollen es ermöglichen, dass unter einem Dach wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen von Hochschulen, Forschungsabteilungen von Unternehmen und Start-Ups an Produkten und Geschäftsmodellen arbeiten. Wir brauchen hier ein Klima von Kreativität, Offenheit und kurzen Wegen. Das zielt besonders auf die Hochschulen außerhalb des Ballungsraums Rhein-Main, weil wir hier, wie auch die Anfrage zeigt, richtig Nachholbedarf haben.

Wir brauchen vielmehr Anreize, um Know-how von den Hochschulen in die Wirtschaft zu übertragen. Forschungsergebnisse müssen leichter und schneller in innovative Produkte und Geschäftsmodelle einfließen. Auch in Hinblick auf die Kommerzialisierung von Patenten und Entwicklungen müssen wir in Hessen deutlich mehr tun. Die Innovationsförderung und Kooperationen dürfen nicht nur auf zwei, drei Universitäten beschränkt bleiben, sondern müssen für alle Hochschulen ganz normale Instrumente der täglichen Arbeit werden.“