Kernkraftdebatte im Landtag

23. März 2010

„Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Ausschöpfung von Energieeinsparpotentialen ist und bleibt eine zentrale Aufgabe unserer Energiepolitik. Der Atomausstieg ist zum jetzigen Zeitpunkt ökonomisch und ökologisch falsch. Wir brauchen die Kernenergie als Übergangstechnologie“, so Frank Sürmann, umweltpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, in der heutigen Landtagsdebatte zu dem Thema.

Weiter erklärte Sürmann:
„Die erneuerbaren Energien und die stärkere Nutzung von energieeffizienten Verfahren leisten einen wichtigen Beitrag. Diese Potentiale gilt es zugunsten eines nachhaltigen Klimaschutzes effektiv zu fördern. Aber es ist auch festzuhalten, dass regenerative Energien zurzeit noch nicht ausreichend zur Deckung der Grundlast – also dem ständigen Basisenergiebedarf – eingesetzt werden können. Abgeschaltete Atomkraftwerke müssten durch verstärkt CO2-emittierende Kohlekraftwerke ersetzt werden.

Allein die Kernkraftwerke Biblis A und Biblis B produzieren mehr als 60 Prozent des hessischen Strombedarfs und tragen damit wesentlich zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei. Die deutsche Technik zur Gewinnung von Kernenergie und die damit verbundene Sicherheitsphilosophie der ständigen Modernisierung führten zu Kernkraftwerken, die weltweit sowohl hinsichtlich der Sicherheit als auch hinsichtlich der Verfügbarkeit zur Spitzenklasse zählen. Bei der Endlagerung für abgebrannte Kernelemente setzen wir uns für ein schlüssiges Gesamtkonzept und seine schnelle Umsetzung ein. Hier muss die Forschung, wie etwa zum sogenannten Transmutations-Verfahren (das radioaktive Stoffe mit langen Halbwertszeiten in solche mit kurzen Halbwertszeiten umwandeln soll), vielmehr vorangetrieben werden.

Wir brauchen kein überstürztes und unsicheres Vorgehen beim Thema Kernkraft. Denn der Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt nützt weder der Umwelt, noch den Verbrauchern. Im Gegenteil: Die Stromkosten würden für jeden Haushalt enorm steigen.“