GREILICH zum „Schulportal Hessen“

Bildung / SchuleWeltbeste Bildung19. September 2018

  • Nur unambitionierter kleiner Schritt
  • Kultusminister will Zug der digitalen Bildung anhalten statt beschleunigen
  • Digitalisierung muss Chefsache werden

WIESBADEN – „Das heute vorgestellte neue Schulportal Hessen, das auch erst 2019 starten soll, ist nur ein erster kleiner Schritt, reicht aber bei weitem nicht aus, um Hessen den Anschluss an die Zukunft finden zu lassen. Es ist völlig unambitioniert, in einem Zeitraum von weiteren drei Jahren die Schulen in Hessen an dieses rudimentäre Schulportal anschließen zu wollen, wie es der Kultusminister als große Leistung verspricht. In drei Jahren verändert sich die digitale Welt grundlegend, wie offensichtlich jeder außer den Akteuren der schwarz-grünen Koalition weiß“, sagte der schulpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang GREILICH.

Greilich weiter: „Die digitale Bildung ist für unser Bildungssystem zugleich Chance und Herausforderung, denn nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und vor allem die der jungen Menschen hängt davon ab. Es ist unverantwortlich, dass die Landesregierung in diesem Bereich weiter nur zögerlich agiert. Das groß angekündigte Schulportal beschränkt sich auf den Austausch etwa von Lernmaterialien und die Möglichkeit, für Lehrer Vertretungs- oder Raumpläne einzustellen. Es bietet keinerlei Ansätze für die Umsetzung digitaler Lernmethoden und -mittel etwa zum Zwecke der individuellen Förderung durch die Lehrerinnen und Lehrer. Die jetzt bereitgestellten Angebote, die nicht einmal das schon in vielen Schulen gebräuchliche elektronische Klassenbuch enthalten, haben viele Schulen nicht nötig, da sie solche Lösungen der Not gehorchend längst selbst entwickelt und implementiert haben. Der Kultusminister könnte sich in seinen eigenen Schulen von der Kreativität und Innovationsfreude hessischer Lehrerinnen und Lehrer überzeugen. Wir brauchen endlich eine politische Führung in der Landesregierung und ganz besonders im Kultusministerium, die sich den Herausforderungen der Zukunft stellt und die Digitalisierung zur Chefsache macht.“

„Erfreulich ist, dass der Kultusminister jetzt hoffentlich wenigstens den schleichenden Abbau des Hessischen Bildungsservers gestoppt hat. Hier war Hessen bei der Amtsübernahme durch Lorz schon weiter, seit fast fünf Jahren agiert das Kultusministerium mit angezogener Handbremse. Man bekommt den Eindruck, dass der Kultusminister die digitale Bildung als einen Zug sieht, den er liebend gern anhalten anstatt beschleunigen würde. Aufgabe der nächsten Wahlperiode wird es sein, den Zeitverlust von fünf Jahren aufzuholen und zu anderen Bundesländern aufzuschließen. Hessen darf sich nicht weiter mit zu wenig zufriedengeben. Wir wollen Hessen an die Spitze zurückführen“, so Greilich abschließend.