Gedenken an 20 Jahre Deutsche Einheit

29. September 2010

„Die Überwindung der Berliner Mauer und der deutschen Teilung war für uns die Realisierung eines Traumes, der uns Deutsche über 40 Jahre lang begleitete. Die Deutsche Einheit, die vor fast 20 Jahren – am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde, bedeutete insbesonde-re die Überwindung des Kalten Krieges und die Schaffung von Frieden und Freiheit in einem geeinten Deutschland. Die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 stehen für einen Sieg der Freiheit über die Diktatur“, so Wolfgang Greilich, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag.

Weiter sagte Greilich:
„Zahlreiche mutige Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen DDR zeigten Zivilcourage und traten für die Gewährung von Menschen- und Bürgerrechten ein. Sie nahmen das Schicksal in die eigenen Hände und lehnten sich gegen den Unrechtsstaat auf. Sie waren bereit, für die Demokratie zu kämpfen und Repressionen auf sich zu nehmen. Wir erinnern uns heute, an die zahlreichen Menschen, die für Ihre Freiheit, für Reformen und für Demokratie demonstriert haben.

Es gab mehrere Ereignisse im Jahre 1989, die einem abwechselnd Schauer über den Rücken und Freudentränen in die Augen jagten. Eines war der Satz von Hans-Dietrich Genscher, ge-sprochen am 30. September 1989 um 18:58 Uhr auf dem Balkon der Prager Botschaft der Bundesrepublik Deutschland: „Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heu-te Ihre Ausreise möglich geworden ist.“ Wer ein Herz für die Freiheit und ein Herz für Deutschland hat, der war an diesem Abend tief bewegt von dem, was der Wunsch des Volkes nach Freiheit bewirkte.

Ganz klar ist: Die mindestens 136 Todesopfer an der Berliner Mauer und über 1000 Todesop-fer an der innerdeutschen Grenze sollten eine Mahnung sein, unsere Demokratie zu verteidi-gen und die Freiheit zu sichern. Wir gedenken an diesem Tag auch der Opfer der SED-Diktatur, die persönliche Nachteile, starke Repressalien und Verfolgung hinnehmen mussten, weil sie diesen Staat nicht länger hinnehmen wollten und konnten. Ein zentrales Instrument, um die Erinnerung an diese Mitmenschen und an das Unrechtsregime der SED zu bewahren ist es, Zeitzeugen mit unseren Schülern zusammenzubringen. Wer vorgestern Abend hier im Foyer des Hessischen Landtags Dr. Joachim Gauck gehört hat, der bewegend aus seiner ganz persönlichen Perspektive den Wert der Freiheit beschrieb, der weiß, dass nichts solche direk-ten Berichte ersetzen kann.“