FDP-Fraktion besucht ESA und ESOC in Darmstadt

9. März 2010

„Den Luft- und Raumfahrttechnologie-Standort Hessen müssen wir als unverzichtbaren Faktor für Innovation nachhaltig stärken. Wir wollen zukunftssichere Arbeitsplätze sichern und schaffen sowie Forschung und Technologie fördern. Unser Ziel ist es, die Ergebnisse und Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung für die Wirtschaft nutzbar zu machen und die Gründung von Unternehmen in Hessen zu fördern, die diese Forschungsergebnisse anwenden“, so Florian Rentsch, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag im Anschluss des heutigen Besuchs der FDP-Fraktion beim Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA / ESOC in Darmstadt.

Welche beeindruckende Arbeit am Standort in Darmstadt geleistet wird, machte Gaele Winters, ESA Direktor für Missionsbetrieb und Leiter des ESOC, in seinen einleitenden Ausführungen deutlich. Welche große Relevanz die Arbeit der ESOC für die Lösung von Zukunftsfragen hat, das sahen die FDP-Landtagsabgeordneten bei ihrem Besuch im ESOC-Hauptkontrollraum. Dort findet in diesen Tagen eine echte Start-Simulation der anstehenden ESA-Satellitenmission CryoSat statt. Diese Mission soll klären, wo polare Eismassen zu- oder abnehmen. Schließlich wird das globale Klima der Erde in erheblichem Maß von seinen noch wenig erforschten polaren Eismassen bestimmt.

Weiter sagte Rentsch:

„Wir haben heute die FDP-Grundsatzpositionen zum Raumfahrtstandort Hessen
beschlossen. Dazu werden wir auch eine Initiative im Landtag starten. Zur Stärkung des Luft- und Raumfahrtstandorts Hessen wollen wir uns dabei insbesondere auf folgende Ziele konzentrieren:

1.)Den weiteren Ausbau der europäischen Kontrollzentren ESA und EUMETSAT am Standort Darmstadt, insbesondere durch Unterstützung bei den anstehenden räumlichen Erweiterungen an den bestehenden Standorten.

2.)Die konsequente Förderung des Centrums für Satellitennavigation Hessen (cesah GmbH) als Gründerzentrum für Existenzgründer im Bereich der Anwendungen von satellitengestützten Navigationssystemen auf der Basis der europäischen Galileo-Technologie.

3.)Die perspektivische Schaffung einer anwendungsorientierten Galileo-Testumgebung im Ballungsraumgebiet Rhein-Main (City-Gate) mit dem Ziel vor Inbetriebnahme des Galileo-Satellitensystems die Möglichkeit zu schaffen, in einer Metropolumgebung praxisnahe Anwendungstests für entsprechende Applikationen zu schaffen.

Hintergrund:

Als Sitz bedeutender nationaler und internationaler Luft- und Raumfahrtinstitutionen ist Hessen bereits heute ein international wichtiger Raumfahrtstandort. ESA/ESOC, EUMETSAT und die Deutsche Flugsicherung sind in Hessen beheimatet. In rund 200 Unternehmen arbeiten hessenweit über 7.200 Menschen in der Luft- und Raumfahrtbranche (dabei sind die rund 70.000 Beschäftigten am Frankfurter Flughafen nicht mitgerechnet). Die Raumfahrt bietet bereits heute zahlreiche Chancen und Möglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen in Hessen beispielsweise in den Bereichen der Satellitennavigation, Automobilindustrie, Robotik oder Klimaforschung. Die Raumfahrtbranche in Hessen schafft und sichert die innovativen Arbeitsplätze des 21. Jahrhunderts und ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer zukunftsfähigen hessischen Wirtschaft.