DR. BÜGER zum digitalen Abschlusszeugnis

Bildung / Schule16. Januar 2020

  • Freie Demokraten fordern digitales Abschlusszeugnis
  • Hessen soll Vorreiter werden

WIESBADEN – „Wieder einmal stellen sich die Regierungsfraktionen dem digitalen Fortschritt in den Weg“, ärgert sich Dr. Matthias BÜGER, hochschul- und wissenschaftspolitischer Sprecher der Fraktion der Freien Demokraten im Hessischen Landtag. „Wir setzen uns für digitale Abschlusszeugnisse ein, aber CDU und Grüne verweisen wie so oft auf den Bund“, erklärt Büger, nachdem ein Antrag der Freien Demokraten im Fachausschuss abgelehnt wurde. „Doch Arbeitsgruppen auf Bundesebene tagen seit Jahren, aber Deutschland kommt bei elektronischen Verfahren nicht voran. Bildung ist Ländersache. Deshalb können und sollten wir aktiv werden.“

Hintergrund: Hessische Schülerinnen und Schüler bekommen bislang ihr Abschlusszeugnis ausschließlich in Papierform. Darunter sind rund 55000 Abiturzeugnisse, die für Bewerbungen bei Universitäten, um Praktikums- oder Ausbildungsstellen benötigt werden. Oftmals müssen beglaubigte Papierkopien angefertigt werden – mit großem Aufwand für Schüler und Schulverwaltung. Denn eingescannte Dokumente bieten keine Sicherheit vor Fälschungen. Das sei längst nicht mehr zeitgemäß, meint Büger und erinnert daran, dass Bewerbungen in der Regel seit langem online eingereicht werden. „Ein digitales Zeugnis auszustellen wäre längst mit wenig Aufwand möglich“, meint Büger. Es könnte so aufgebaut sein, dass es als Zeugnis im klassischen Erscheinungsbild angesehen werden kann, aber auch als weitere Komponente die Daten enthält. Ein digitales Siegel, quasi eine elektronische Unterschrift der Schulbehörde, bietet die Gewissheit, dass das elektronische Zeugnis nicht nachträglich verändert wurde. „Die Technik dazu ist seit Jahrzehnten bekannt. Die gesetzlichen Grundlagen bestehen ebenfalls seit vielen Jahren. Leider setzt die Politik sie nicht um“, sagt Büger.  „Die Daten liegen bei den Abiturzeugnissen in über 90% der Fälle elektronisch vor. Es wäre ein Leichtes, jedem Schüler, der dies wünscht, außer der Papierversion auch eine elektronische Version des Zeugnisses zu übergeben.“

Zum Abstimmungsbedarf zwischen den Ländern stellt Büger fest: „Die Freien Demokraten wollen Hessen zum Vorreiter beim digitalen Zeugnis machen. Schon heute sind Zeugnisse standardisiert. Dasselbe gilt für elektronische Unterschriften und Siegel. Deshalb gibt es keine Gefahr, dass eine Insellösung entsteht. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sollte mutiger voranschreiten und sich in der Kultusministerkonferenz für eine bundesweite Regelung nach dem Beispiel Hessens einsetzen.“