Debatte Fachkräftemangel

29. September 2010

„Das Fehlen qualifizierter Beschäftigter in Hessen und Deutschland ist eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Fehlende Fachkräfte sind nicht nur ein Wachstumshemmnis für Unternehmen, sondern beschränken die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft und damit die Entwicklung neuer oder verbesserter Produk-te. Dadurch wird der Wohlstand in Hessen und Deutschland gefährdet“, so Jürgen Lenders, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag.

Weiter sagte Lenders:

„Der demografische Wandel ist die Hauptursache für den drohenden Fachkräftemangel. Der Anteil der Jungen an der Bevölkerung geht zurück. Wir werden auch in Hessen mit immer weniger Schülern und damit auch immer weniger neuen Fachkräften für den Arbeitsmarkt rechnen müssen.“

Hessen habe sich daher u.a. mit dem Hessen-Campus bereits auf den Weg gemacht, Bildungsangebote sowie Bildungsträger besser zu vernetzen und für interessierte Bür-ger sowie Unternehmen genau passende Angebote zu entwickeln.

„Dem absehbaren Fachkräftemangel ist durch eine Vielzahl von Maßnahmen entgegenzutreten. Dazu gehört aus Sicht der Liberalen, eine gesteuerte Einwanderungspolitik, die ähnlich ist wie die Modelle in Kanada und Australien. Darüber hinaus muss im Rahmen der Integrationspolitik das in Deutschland brachliegende Potential gut ausgebildeter ausländischer Akademiker oder Fachkräfte aktiviert werden. Dies kann u.a. durch die schnelle Umsetzung der Pläne der Bundesregierung zur Anerkennung der im Ausland absolvierten Ausbildungen geschehen. Ferner ist das Erlernen der deutschen Sprache unerlässlich. Der Arbeitsplatz ist der beste Weg, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Zur Diskussion gehört aber auch, dass wir in Zukunft vermehrt die sogenannten ‚älteren’ Arbeitsnehmer benötigen. Deshalb ist die Absicht der SPD, das Renteneintrittsalter wieder auf 65 zu reduzieren, der falsche Weg. Richtig in diesem Zu-sammenhang ist die Flexibilisierung des Renteneintrittalters. Warum soll ein hochqualifizierter 65 Jähriger nicht weiterarbeiten wenn der denn will“, fragte Lenders.

Eine weitere Problematik sei, dass Jahr für Jahr immer mehr hochqualifizierte Bürger unser Land verließen, weil sie woanders bessere Bedingungen fänden. Auch dies sei eine nicht zu unterschätzende Größenordnung.

„Der Fachkräftemangel ist ein Problem, das alle Politikfelder betrifft. Bei dessen Lösung gibt es nicht eine einzelne Antwort. Sie muss in der Qualifizierung, Flexibilisierung, Rationalisierung und in der gesteuerten Einwanderung gefunden werden“, stellte Lenders fest.