Blitzmarathon

Innenpolitik17. April 2018

  • Freie Demokraten kritisieren erneuten Blitzmarathon
  • Aktionismus des Innenministers ist angesichts der hohen Belastung der Polizei unverantwortlich
  • Hessen sollte sich ein Beispiel an anderen Bundesländern nehmen

Anlässlich der Ankündigung, dass Hessen in dieser Woche einen „Blitzmarathon“ ausrichtet und am sogenannten europäischen Speedmarathon teilnimmt, erklärte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang GREILICH: „Ein tieferer Sinn ist in dem sogenannten Blitzmarathon nicht zu erkennen. Vordergründig geht es darum, auf die Gefahren zu schnellen Fahrens aufmerksam zu machen, was für sich betrachtet ein hehres Ziel wäre. Es kann jedoch niemand ernsthaft davon ausgehen, dass Geschwindigkeitskontrollen, die medial breit kommuniziert werden und im Vorhinein im Detail bekanntgegeben werden, dazu führen, dass sich irgendjemand nachhaltig von zu schnellem Fahren abbringen lässt. Stattdessen werden die ohnehin massiv in Anspruch genommenen hessischen Polizistinnen und Polizisten einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt.“

Greilich weiter:

„Es ist schlicht und ergreifend unverantwortlich, für den Blitzmarathon in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr eine horrende Zahl von Beamten an über 300 Messstellen einzusetzen. Selbstverständlich müssen Geschwindigkeitsüberschreitungen kontrolliert und vor allem rücksichtslose Raser hart sanktioniert werden. Dieser Typus Fahrer kann allerdings nur sanktioniert werden, wenn bestimmte Strecken zwar regelmäßig, aber vor allem unangekündigt und daher nicht vorhersehbar kontrolliert werden. Hessen hätte sich deshalb ein Beispiel an den meisten anderen Bundesländern nehmen sollen, die aufgrund der hohen Belastung der Beamtinnen und Beamten nicht am „Blitzmarathon“ teilnehmen.“