Arbeitsbelastung von Lehrkräften

Bildung / Schule24. November 2017

  • Politik nach dem Pippi-Langstrumpf-Prinzip
  • Versteckspiel hinter Zahlen, Daten und rechtlichen Rahmenbedingungen anstatt der Realität ins Auge zu blicken

Anlässlich der heutigen Debatte zur Großen Anfrage zum Thema Arbeitsbelastung von Lehrkräften und befristete Arbeitsverträge erklärte der schulpolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Wolfgang GREILICH: „Es gibt kaum ein aktuelleres Thema als das Thema der Belastungen der Lehrkräfte. Noch immer kommen fast täglich Briefe und Berichte, in denen Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulleitungen die Belastungssituation in den Schulen beklagen und vor Überlastung warnen. Überall zeichnet sich ein ähnliches Bild: Überlastung, bürokratische Gängelung, Alleingelassen sein! Und die Landesregierung versteckt sich erneut hinter den Zahlen, Daten und Fakten, die im Übrigen keiner anzweifelt.  Aber wenn man Aufgaben noch mehr verstärkt als Stellen, dann kommt eben die absolute Überlastung dabei heraus, die allenthalben beklagt wird. So werden die Probleme nicht gelöst, zumal wenn die Stellen nicht besetzt werden können und das Bildungssystem langsam kannibalisiert wird.“

Greilich weiter:

„Das Kultusministerium stellt zwar nicht in Abrede, dass sich Aufgaben und Herausforderungen verändert haben, aber führt dann doch tatsächlich an, dass der Wortabgleich der „Dienstordnungen für Lehrkräfte, Schulleiterinnen und Schulleiter und sozialpädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ von 1993, 1998, 2011 und 2015 keine deutlich höheren Anforderungen erkennbar werden ließ. Dies kann doch nicht ernsthaft  die Antwort der Landesregierung sein. Möchte man das tatsächlich den Lehrkräften und Schulleitungen als Antwort auf ihre Schreiben, Eingaben und Belastungsanzeigen geben? Die Lebenswirklichkeit richtet sich nicht nach der Dienstordnung. Deshalb ist es die Aufgabe des Kultusministers, die Rahmenbedingungen und gegebenenfalls auch die Verordnungen der gesellschaftlichen Realität anzupassen anstatt den Umkehrschluss zu fordern.

Es kann nicht sein, dass der Minister Politik nach dem Motto „Da mach ich mir die Welt, wie sie mir gefällt!“ betreibt. Dies ist verantwortungslos, denn unsere Schulen brauchen Entlastung z.B. durch Schulverwaltungsassistenten. Sie brauchen weniger Kontrollwut und weniger „Durchregieren-wollen-in-jedes-Klassenzimmer“.  Und sie müssen ernstgenommen werden mit ihren Herausforderungen und Problemlagen.“