Zweijähriges Bestehen der schwarz-grünen Koalition in Hessen

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WIESBADEN – Anlässlich des zweijährigen Bestehens der schwarz-grünen Koalition in Hessen zieht der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Hessischen Landtag, Florian RENTSCH, Bilanz: „Davon, dass Schwarz-Grün nach neuesten Aussagen angetreten ist, um die Welt zu verbessern, spürt man in Hessen bislang sehr wenig: Die Kluft zwischen dem Anspruch von Union und Grünen, die sich beinahe wöchentlich zum bundesweiten Vorreiter in einem bestimmten Politikbereich ausrufen, und der tatsächlichen Realität des politischen Handelns, das viel zu oft ambitionslos ausfällt und auf lauwarmen Kompromissen basiert, ist gewaltig. Auch wenn das politisch gewollte Bündnis sich selbst gerne als Blaupause für Koalitionen auf Länder- und Bundesebene sieht, ist es in den vergangenen zwei Jahren den Nachweis schuldig geblieben, dass schwarz-grünes Regierungshandeln mit Weitsicht, Mut und politischem Gespür den Herausforderungen unserer Zeit tatsächlich gerecht wird. Diese Feststellung gilt auch für die aktuelle Flüchtlingspolitik der Regierung Bouffier: Zwar ist davon auszugehen, dass der Aktionsplan der Landesregierung ein größeres Chaos in unserem Land vorerst abmildern wird, jedoch haben sich Union und Grüne nicht durch das Abstimmen struktureller Regelungen und Maßnahmen oder Initiativen auf Bundesebene als Krisenmanager profiliert, sondern schlicht sehr viel Geld in die Hand genommen, das Hessen glücklicherweise dank Rekordsteuereinnahmen zur Verfügung hat. Auf diese Weise lässt es sich vielleicht bewerkstelligen, eine Zeit lang der Flüchtlingskrise in Hessen hinterherzuregieren – für mehr reicht es jedoch nicht.“

Weiter erklärte Rentsch:

„Die dauerhafte ungefragte Überbetonung der Harmonie sowie die blumige Ausschmückung alltäglicher politischer Arbeitsprozesse ist ein Indiz dafür, wie fragil das schwarz-grüne Selbstverständnis selbst nach zwei Jahren offenbar noch ist. Es ist zudem sehr bedenklich, dass CDU und Grüne in den Interviews und bei den Pressestatements anlässlich des zweijährigen Bestehens der Koalition bis auf die bekannten Stehsätze und die ohnehin beschlossenen Maßnahmen keinen wirklichen Plan für die kommenden drei Jahre präsentieren konnten. Eine Politik, die Wirtschaftswachstum mehr als Bedrohung statt als Chance versteht, die unsere Grundschulen und Gymnasien zum Steinbruch ihrer Umverteilungsphantasien macht und den Ausbau der Infrastruktur verhindert statt fördert, wird dem immensen Potential unseres Bundeslandes nicht gerecht.

Daher fordern die Freien Demokraten für die kommenden drei Jahre klare Richtungsentscheidungen, um das Land auf Kurs zu halten: