BÜGER: Wenn Kultur politisch instrumentalisiert wird, wird sie zum Aktivismus
Der Hessische Landtag diskutiert heute über die Regierungserklärung von Wissenschafts- und Kulturminister Timon Gremmels zur Kunstfreiheit. Dazu erklärt der kulturpolitische Sprecher der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Matthias Büger:
Freie Kunst gehört zur Demokratie. Aber eine wichtige Rolle von Kunst ist, auf Missstände hinzuweisen – was polarisiert und eben erstmal nicht den „Zusammenhalt stärkt“, wie die Regierungserklärung vollmundig im Titel verspricht. Insoweit springt die Regierungserklärung bereits im Titel zu kurz und hat einen eingeengten Kulturbegriff. Für Kultur gilt angewandelt, was Hanns Joachim Friedrichs über Journalismus sagte: Ein guter Kulturminister macht sich (inhaltlich) mit keiner Kultur gemein – auch nicht mit der, die er gut findet. Das Problem der politischen Einflussnahme ist, dass sie Kultur hervorbringt, die ihren Geldgebern gefallen will – und sei es nur mit gut gemeinten Förderprogrammen. Kultur in der Demokratie sollte sich aber gerade dadurch auszeichnen, dass sie Stachel im Fleisch der Gesellschaft ist. Kultur darf nie ein politisches Instrument werden, wie gut der Zweck auch sein mag. Sonst wird sie zu Aktivismus.“
