Im Gedenken an Ruth Wagner
Im Dezember 2025 mussten wir uns von einer außergewöhnlichen Liberalen verabschieden. Mit einer Gedenkveranstaltung hat die Fraktion der Freien Demokraten an Ruth Wagner (1940 – 2025) erinnert. Ruth Wagner war Fraktions- und Landesvorsitzende der Freien Demokraten in Hessen sowie Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen. Ihr politisches Erbe ist lebendig als Vorbild für Integrität in schwierigen Zeiten, als Verfechterin eines liberalen Bildungsversprechens, als Frau, die nie den einfachen Weg wählte.
„Ruth Wagner war unsere ‚Eiserne Lady’ und eine echte hessische Löwin.“
Stefan Naas
In seiner Rede erklärte Stefan Naas, dass Ruth Wagner ihr ganzes Leben lang für die Freiheit gekämpft habe. Sie hatte einen beeindruckenden Lebensweg. Ruth Wagner war die erste Frau aus ihrem Heimatort, die Abitur machte und symbolisiert wie kaum eine andere das Aufstiegsversprechen. Stefan Naas betonte: „Ruth Wagner war unsere ‚Eiserne Lady’ und eine echte hessische Löwin.“ Auch ihr langjähriger Weggefährte Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn erinnerte an sie und blickte auf ihr beeindruckendes Leben und ihr Wirken in der hessischen Politik zurück.



In einer Panelgespräch, moderiert von Moritz Promny, sprachen Dr. Lasse Becker (ehemaliger Bundes- und Landesvorsitzender der Jungen Liberalen), Jörg Meyer-Scholten (ehemaliger Mitarbeiter Ruth Wagners), Bettina Stark-Watzinger (ehemalige Bundesbildungsministerin und nach Ruth Wagner zweite Frau an der Spitze der FDP Hessen) sowie Landtagspräsidentin Astrid Wallmann über das politisches Wirken von Ruth Wagner und darüber, was wir von ihr lernen konnten und weiterhin lernen können. Es wurde deutlich, dass Ruth Wagner Hessens Geschichte maßgeblich beeinflusst hat.
„Ruth Wagner hat uns gezeigt: Wir sollten nicht in Missmut verharren, sondern mit Mut für das einstehen, woran wir glauben.“
Wiebke Knell
Das Gespräch hat gezeigt, wie vielfältig die Perspektiven auf Ruth Wagners Wirken sind. Sie war keine eindimensionale Figur, sondern Gestalterin und Vorbild. In ihrem Schlusswort erklärte die Fraktionsvorsitzende Wiebke Knell: „Ruth Wagner hat uns gezeigt: Wir sollten nicht in Missmut verharren, sondern mit Mut für das einstehen, woran wir glauben.“





Zu Ruth Wagner:
Ruth Wagner wurde am 18. Oktober 1940 in Wolfskehlen geboren. Die überzeugte Darmstädterin war seit 1971 Mitglied der FDP und war von der kommunalen bis zur Bundesebene engagiert. So war sie unter anderem von 1977 bis 1990 Kreisvorsitzende in Darmstadt, von 1995 bis 2005 Landesvorsitzende der hessischen Liberalen und von 1988 bis 2008 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Als Abgeordnete des Hessischen Landtags, dessen Vizepräsidentin sie von 1987 bis 1991 und von 2003 bis 2008 war, machte sie sich von Dezember 1978 bis November 1982, von September 1983 bis April 1999 und von April 2003 bis April 2008 für die liberale Idee stark. Zwischen Januar 1994 und April 1999 war Ruth Wagner Fraktionsvorsitzende der FDP im Hessischen Landtag sowie von 1999 bis 2003 stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Hessen und hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Ruth Wagner war darüber hinaus vielfach ehrenamtlich engagiert und wurde unter anderem mit dem großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 2006 und der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen 2010 ausgezeichnet.
